Stuttgarter Fernsehturm – Ein Kommentar aus der Ferne

Wir schreiben das Jahr 2013. Ein Jahr der Entscheidung.

Im Spaetherbst sind die Bundestagswahlen und die politischen Lager fahren ihre Geschuetze auf.

Wie immer wird es nicht um die Belange der Buerger gehen, sondern um deren Waehlerstimme. Ein Mix aus Taktik, Show und Attacken wird auf uns zukommen.

 

So ist auch die Schliessung des Wahrzeichens unserer Stadt zu dieser Zeit genauer zu betrachten.

Wahlkampftaktik?

Ich meine JA!

Sondieren wir einmal die politische Lage in Stuttgart und deren Auswirkung auf den Bund.

Da haben wir zum Einen ein das Projekt Stuttgart 21, welches medial seit Jahren schon fuer Schlagzeilen und Aufsehen sorgt. In einer Zeit der EURO Krise sind dem Buerger weitere Millardenprojekte, die immer teurer werden, nach der Hamburger Elbphilharmonie und dem Berliner Flughafen nur schwer zu vermitteln und der Kanzlerin ersichtlich als Wahlkampfthema ein Dorn im Auge.

Wie schon in der Presse zu lesen war, wuenscht die Bundeskanzlerin Stuttgart 21 aus dem Wahlkampf auszuklammern. Weitere Hiobsbotschaften darf es bis Ende des Jahres nicht geben zu dem Thema.

Zum Anderen haben wir in Baden-Wuerttemberg eine neue Situation, die Bundestagswahl betreffend.

Nach ueber 54 Jahren CDU-Herrschaft regiert Gruen. Sogar in Stuttgart trat kuerzlich ein gruener Oberbuergermeister sein Amt an.

Von daher gilt es in den Augen der Wahlkampfstrategen, das politische Hoch der Gruenen anzusaegen.

Die Schliessung des Stuttgarter Fernsehturms ist dabei ein genialer Schachzug!

Alles was auf der politischen Buehne innerhalb einer Legislaturperiode geschiet, wird vom Buerger als eine Aktion der aktuellen Regierung angesehen. D.h. durch den Angriff auf das Wahrzeichen der Stadt Stuttgart wird der Eindruck erweckt, dass die gruenen Politiker im Amt unpopulaere und irrsinnige Entscheidungen faellen, was im Waehler Unverstaendnis und Ablehnung hervorruft.

Dabei trifft in diesem Fall der aktuellen Regierung keine Schuld. Durch die jahrzehntelange Monoherrschaft des Landes der CDU, sind Verbindungen und Kontakte in allen erdenklichen Bereichen entstanden und tief verwurzelt.

So ist es noch heute ein leichtes, z.B. Brandschutzkommissionen fuer gewuenschte Ergebnisse der CDU einzusetzen.

Die Wirkung ist enorm. Die Einwohner der Stadt Stuttgart schreien auf. Ein weiteres Thema empoert den Wutbuerger. Mit dem Fernsehturm duerften sogar Projektbefuerworter vor den Kopf gestossen worden sein.

Die Presse konzentriert sich auf den Verlust des Wahrzeichens, die Stuttgart 21 Demonstranten sind abgelenkt, das Thema Stuttgart 21 selbst ist in der Oeffentlichkeit in den Hintergrund gerueckt und den Gruenen wird unberechtigter Weise die Schuld dafuer gegeben.

Etwas besseres haette der CDU gar nicht passieren koennen. Es ist so perfekt, das von einem Zufall nicht ausgegangen werden kann!

Ein weiteres Bonbon:

Auf der Einen Seite:
Sollte der Stuttgart21 Gegner sich fuer eine Wiedereroeffnung des Fernsehturms einsetzen, trotz mangelhaften Brandschutzes, so wird dieses schwerwiegende Argument in Bezug auf das Millardenprojekt deutlich abgeschwaecht. Denn auf der einen Seite “Brandschutz nein!” und auf der anderen Seite “Brandschutz ja!”, ist dem neutralen Beobachter nur schwer vermittelbar.
Auf der anderen Seite wird der CDU als Projektverfechter, ein wunderbarer Weg zum Ausstieg dargeboten. Nach der Wahl ist es es dann ein leichtes zu sagen, ok der Brandschutz ist nicht zulaessig bei S21, daher ist ein Projektaus unabdinglich.

Daher: Verliert nicht das Ziel aus den Augen und seid euch bewusst:

Es ist Wahljahr!!!

 

Euer Hut Juchti Image 

 

 

 

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6 responses to “Stuttgarter Fernsehturm – Ein Kommentar aus der Ferne

  1. Interessante Überlegung, aaaber: Warum sollte Kuhn himself dem Volk das Ergebnis dieses Manövers verkünden? Sollte der womöglich an die Integrität des Behördenapparats glauben? Und: Wäre das nicht so 1 Monat vor der Wahl viel wirkungsvoller gewesen? Ich schätze, die Aufregung über den Turm wird sich ziemlich schnell wieder legen…

    • Kuhn verkuendet bisher nur was er muss. Wenn eine “feindlich” gesinnte Kommission in Sachen Brandschutz etwas vorschreibt kann er nichtanders.
      Kuhn ist in diesem Fall nur der Verkuender. Auch wenn er das nicht will, die politische Position verlangt das so.
      Der Turm wird frueh oder spaeter wieder geoeffnet werden. 2014/2015.

      Weiteres Indiz ist, dass wenn ja dieser Schazug kurz vor der Wahl sinnvoller waere, er dies auch so praktiziert haeete.
      Dieses beweist zusaetzlich, dass Kuhn des Amtes her es tun musste.

      • Nö. Kuhn hat genügend Stellvertreter, Pressesprecher, Baubürgermeister und Einzelmeinungen besitzende unterste Ebenen in der Behördenhierarchie, der bräuchte nirgendwo selber hindackeln, wenn er nicht will. Er *wollte* das, z.B. weil er glaubte, sich damit als treusorgender Stadtvater inszenieren zu können.

  2. So ist es eben nicht: Kuhn als OB ist der Chef der Stuttgarter Verwaltung und damit oberstes Entscheidungsorgan wenn es um die Auslegung von Vorschriften geht. Kuhn hätte ohne weiteres anders entscheiden können, wäre dann allerdings das – minimale – Risiko einer Strafverfolgung eingegangen, falls jemand auf dem Turm duchr einen Brand zu schaden gekommen wäre. Kuhn hätte auch ohne weiteres ein neutrales Gutachten in Auftrag geben können um die Beantenempfehlung zu prüfen, bevor er überreagierte und Arbeitsplätze beseitigte

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